Mit oder ohne Kinder im Familienbett schlafen

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Erholsamer Schlaf: Mit oder ohne Kinder im Familienbett schlafen

Das Familienbett gehört zu den aktuellen Trends im Bereich Schlafen. Gleichzeitig wird es vielfach diskutiert. Beobachtet man allerdings diese Diskussion, fällt auf, dass nur selten faktenbasiert, sondern viel eher auf der emotionalen Ebene argumentiert wird. Darüber hinaus wird oftmals die Neugeborenen- und Babyzeit mit der Zeit der älteren Kinder vermischt. Dieser Artikel soll nun das Ganze einmal beleuchten.

Welche Möglichkeiten der Schlafsituation gibt es?

Wenn es um die Schlafsituation innerhalb einer Familie mit mindestens einem Kind geht, haben Sie verschiedene Optionen. Die größten Unterschiede ergeben sich dabei in den ersten Lebensmonaten, also wenn das Kind noch ein Baby ist:

  • Kind schläft im eigenen Zimmer: Es gibt Familien, die vom ersten Tag an Wert darauf legen, dass das Baby im eigenen Zimmer, in seiner Wiege oder seinem Gitterbettchen schläft. Tatsächlich gibt es hier so viele unterschiedliche Reaktionen, wie es Babys gibt. Während das eine Baby vom ersten Tag an gerne alleine schläft, gibt es beim anderen über eine längere Zeit Geschrei. Wenn es Geschrei gibt, gibt es auch wieder unterschiedlichste Reaktionen darauf. Entweder die Eltern entscheiden sich um oder sie bestehen auf ihrer Entscheidung und das Baby wird sich früher oder später an die Schlafsituation gewöhnen. Wenn Ihr Baby bei dieser Schlafsituation schreit, muss immer ein Elternteil aufstehen und in das andere Zimmer gehen. 
  • Kind schläft im eigenen Bett: Andere Eltern entscheiden sich, dass sie ihr Baby zwar im Schlafzimmer bei sich haben möchten, aber dass es im eigenen Bett schlafen soll. Dieses können Sie neben das Elternbett oder an das Fußende stellen. So oder so sind Sie bei dieser Lösung deutlich dichter an Ihrem Baby dran und mit großer Wahrscheinlichkeit schläft es dann auch schneller wieder ein.
  • Kind schläft im Beistellbett: Wenn Sie Ihr Baby nicht ganz im eigenen Bett schlafen lassen wollen, aber gleichzeitig auch nicht ganz im eigenen Bett, können Sie ein Beistellbett, einen Babybalkon oder ein Babybay an Ihr Bett stellen. Diese Lösung kennen viele aus der Klinik. Diese Bettchen sind nach einer Seite offen und Sie können sie an Ihrem Bett einhaken oder richtig befestigen. Sie liegen direkt neben Ihrem Baby und können unmittelbar reagieren, wenn es aufwacht.
  • Kind schläft mit im Familienbett: Bei dieser Lösung schläft Ihr Baby wirklich mit in Ihrem Bett. Oft passen sich der Schlafrhythmus, die Atmung und sogar die Liegeposition der Situation an. Auf jeden Fall können Sie absolut direkt reagieren, wenn Ihr Baby aufwacht. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei dieser Schlafsituation die Häufigkeit des nächtlichen Erwachens bei Babys sogar abnimmt und die Babys deutlich länger pro Nacht schlafen.

Das Familienbett mit einem Baby

Wenn es um das Familienbett mit einem Baby geht, tauchen oft Argumente bezüglich der Sicherheit des Babys auf. Hier wird gerne der gefürchtete plötzliche Kindstod angeführt. Das bedeutet, dass es Atemaussetzer beim Baby gibt, während es in einer sehr tiefen Schlafphase ist. Wenn das nicht unmittelbar bemerkt wird, setzt die Atmung nicht wieder ein und die Folge ist der Kindstod. Darüber hinaus fürchten Kritiker des Familienbetts mit einem Baby, es könnte sich daran gewöhnen und würde das Familienbett nie wieder verlassen, weil es in den ersten Lebensmonaten zu stark verhätschelt wurde.
In einem weiteren Argument geht es um die Sicherheit des Babys. Die Eltern könnten schnell auf dem Baby liegen oder das Baby könnte aus dem Bett herausfallen. In beiden Fällen wäre die Sicherheit des Babys massiv gefährdet.
Wie Sie die Gefahren vermeiden, erfahren Sie später im Artikel. Das Argument jedoch, Ihr Baby würde das Familienbett nie verlassen, kann ganz klar ausgeräumt werden. Viele Kinder haben etwa, je nach Kind, im Alter von 3 bis 4 Jahren von ganz alleine den Wunsch, in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Bei manchen Kindern kommt dieser grundsätzliche Wunsch früher, etwa weil ein Geschwisterkind angekommen ist. Bei anderen Kindern kommt der Wunsch später, vielleicht weil im eigenen Leben gerade so viel los ist. So oder so – früher oder später möchten die meisten Kinder ihr eigenes Reich haben. Von Verhätscheln kann hier also keine Rede sein, denn das Familienbett ist sogar instinktiv im Menschen angelegt. Zu Zeiten, zu denen wir noch nicht so befestigt wie heute lebten, war es für den Nachwuchs unerlässlich, direkt bei den Eltern zu schlafen.

Das Familienbett mit älteren Kindern

Bei älteren Kindern sind Sicherheitsaspekte eher nicht so sehr im Vordergrund der Argumentation. Viel mehr geht es darum, dass das Kind die Eltern lediglich terrorisieren wolle und dass die Eltern ihr Kind nicht selbstständig werden lassen möchten. Sie möchten ihr Kind angeblich dauerhaft an sich binden und das machen sie durch die Schlafsituation bewusst.
Dass solche Argumente nicht besonders faktenbasiert sind, fällt direkt ins Auge. Tatsächlich ist es in der Regel eine grundsätzliche Entscheidung in der Familie, welche Schlafsituation gewählt wird. Eltern sollten dazu unbedingt ihr Kind beobachten: Neigt es tatsächlich dazu, die Eltern kontrollieren zu wollen. Wenn der Wunsch nach dem Familienbett von den Eltern ausgeht – wird er vom Kind mit getragen? Wie sieht es mit den eigenen Beweggründen dafür aus? Möchten Sie Ihr Kind einfach nachts bei sich haben, gibt es logische Gründe dafür oder fürchten Sie wirklich eine Entfremdung, sollte Ihr Kind nicht direkt bei Ihnen schlafen?

Ausschlusskriterien für ein Familienbett

Natürlich gibt es einige Dinge, die das Familienbett nicht möglich machen und die Sie beim Einrichten eines Familienbetts beachten sollten:

  • Wasserbetten: Ein Wasserbett ist für das Familienbett zu unsicher. Es ist für niemanden möglich, sich auf eine Schlafposition festzulegen. Beim Umdrehen können Sie nicht genau einschätzen, wo Sie am Ende liegen werden. Außerdem kann es sehr einfach passieren, dass Ihr Kind aus dem Bett fällt, weil sich eine Art „Welle“ bildet.
  • weiche Matratzen: In eine weiche Matratze kann Ihr Kind zu stark einsinken und dann bekommt es keine Luft mehr. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie auf einer besonders harten Matratze schlafen müssen. Achten Sie einfach darauf, wie weit Sie und Ihr Kind in die Matratze einsinken und überlegen Sie, ob es sicher direkt neben Ihnen liegen kann.
  • viele Kissen: Dieser Faktor kann Ihrem Kind ebenfalls die Luft zum Atmen nehmen. Das bedeutet nicht, dass Sie ganz ohne Kissen schlafen müssen. Vielmehr geht es darum, dass Sie keine Dekokissen im Bett haben sollten. Das Gleiche gilt natürlich auch für Kuscheltiere, zusätzliche Decken und anderes Material, das Ihrem Kind die Luft zum Atmen nehmen könnte.
  • Rausfallen: Ihr Kind sollte idealerweise an einer Seite liegen. Da könnte es schnell dazu kommen, dass es aus dem Bett fällt. Installieren Sie einfach einen Rausfallschutz in der passenden Länge, so dass Ihr Kind auf jeden Fall im Bett liegen bleibt.
  • Alkohol: Wenn ein Elternteil oder beide Elternteile Alkohol getrunken haben, sollten Sie kein Baby im Bett liegen haben. Ihre Reaktionsfähigkeit ist mehr oder weniger stark eingeschränkt und das könnte die Sicherheit Ihres Kindes gefährden.
  • Medikamente: Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, kann das ebenfalls Ihr Reaktionsvermögen mindern. Verzichten Sie in diesem Fall auf das Familienbett.
  • Raucher: Wenn ein Elternteil oder beide Eltern rauchen, dünsten Sie das auch aus. Wenn nun Ihr Baby oder Ihr Kind bei Ihnen liegt, atmet es diese Ausdünstungen ein, was ein Gesundheitsrisiko darstellt.
  • starkes Übergewicht: Wer starkes Übergewicht hat, kann ebenfalls nicht das Familienbett praktizieren. Hier besteht die Gefahr, dass Sie unbemerkt auf Ihrem Kind liegen, was ein weiteres Sicherheitsrisiko darstellen würde.

Familienbett – Pro und Contra

Für jede Schlafsituation gibt es Argumente dafür und natürlich auch dagegen. Manche Argumente können entkräftet werden, andere muss man einfach einmal so stehen lassen:
Gegen das Familienbett spricht, dass das Elternbett durch diese Praxis nicht mehr der beste Ort für das Sexualleben ist. Dafür können Sie aber auf andere Räume ausweichen, denn Sie werden nicht zwangsläufig gleichzeitig mit Ihrem Kind ins Bett gehen. Wenn Ihr Kind schon in Ihrem Bett liegt, können Sie dieses nur noch zum Schlafen nutzen. Redezeit, Lesezeit oder Telefonieren entfallen durch das Familienbett. Oft benötigen Sie ein größeres Bett und manchmal wird es dann in Sachen Platz eng im Schlafzimmer. Hier ist Kreativität gefragt. Wenn einer der Elternteile doch Alkohol getrunken hat, ist das Familienbett für ihn nicht möglich und er muss woanders schlafen. Wenn Ihr Kind zu lebhaften Bewegungen im Schlaf neigt, kann es Ihren Schlaf negativ beeinflussen.
Bei all den negativen Argumenten gibt es aber natürlich auch gute Argumente für das Familienbett. So bekommen gerade in den ersten Monaten Mutter und Kind mehr Schlaf durch das Familienbett, weil das Stillen viel reibungsloser gelingt. Ihr Baby meldet sich, kann sich andocken und recht bald wird die Mutter den Dreh raus haben und schnell weiterschlafen können. Der Geruch und die Atemgeräusche der Bezugspersonen beruhigen Ihr Baby und viele Familien berichten, dass sie durch das Familienbett entspannter schlafen. Wenn Sie als Elternteil tagsüber viel aus dem Haus sind, können Sie wenigstens in der Nacht die Nähe der Familie genießen. Es ist darüber hinaus auch einfach der Instinkt für die eigene Sicherheit, dass Kinder bei ihren Eltern schlafen möchten.

Wie Sie ein gutes Familienbett schaffen können

Im ersten Schritt sollten Sie tatsächlich Ihre Argumente beleuchten: Möchten Sie das Familienbett aus guten Gründen oder wollen Sie Ihr Kind wirklich in der Abhängigkeit belassen? Wenn Sie das für sich beantwortet und geklärt haben, können Sie an die konkrete Einrichtung des Familienbetts gehen:

  1. Wählen Sie die passende Größe für Ihr Bett aus. Dabei sollten Sie bedenken, wie lange Sie gemeinsam schlafen wollen. Je größer die Kinder werden, desto mehr Platz benötigen Sie für Ihr Familienbett.
  2. Verbannen Sie alles Gefährliche aus Ihrem Bett. Dazu gehören Zierkissen, Extra-Kuscheldecken und alles, was Ihrem Kind die Luft nehmen könnte.
  3. Wählen Sie die Schlafposition für Ihr Kind aus. Es sollte idealerweise nicht zwischen den Eltern schlafen, sondern an einer Seite. Meistens schlafen gerade Babys auf der Seite der Mutter.
  4. Installieren Sie einen Rausfallschutz. Entweder stellen Sie dazu das Bett direkt an eine Wand und polstern diese mit einem Stillkissen oder einem Seitenschläferkissen ab oder Sie wählen eins unserer Rausfallschutzsysteme.
  5. Lassen Sie Ihr Kind in einem Schlafsack schlafen. Dadurch kann es nicht unter Ihrer Decke ersticken und ist trotzdem gut gewärmt.
Die Sache mit der freien Wahl

Letzten Endes gibt es gute Argumente für jeden, wie er seine Schlafsituation gestalten möchte. Dabei sollte sich jeder, der hier seinen Standpunkt vertritt, klarmachen, dass es eine freie Wahl geben sollte. Niemand sollte sich schlecht fühlen, weil er sein Kind bei sich schlafen lässt oder eben, weil er es in seinem eigenen Zimmer schlafen lässt. Entscheiden Sie einfach für sich, welche Schlafsituation Sie sich wünschen und dann setzen Sie genau das um.
Wenn Sie Fragen zu unseren Familienbetten haben, sprechen Sie uns gerne an. Wir stehen Ihnen mit über 30 Jahren Erfahrung im Möbelbau gerne mit Rat und Tat zur Seite.