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Warum wollen Kinder im Familienbett schlafen?

Die Frage, ob ein Kind mit ins Familienbett darf, führt regelmäßig zu Diskussionen. Allerdings nicht nur zwischen Eltern und Kindern, sondern durchaus auch unter Erwachsenen. Um eins vorab zu nehmen: Es gibt bei der Schlafsituation definitiv kein Richtig oder Falsch. Es gibt für die einzelne Familie die gute oder weniger gute Lösung.

Was mögen Babys und Kinder so sehr am Familienbett?

Die Forschung konnte zeigen: Sobald ein Baby oder Kind müde wird, aktiviert der Körper das Bindungssystem des Kleinen. Und das möchte dann in Kontakt mit seinen Bindungspersonen gehen, die für Sicherheit, Nähe und Wärme sorgen. So kann der Nachwuchs dann gut schlafen.

Diese Art von Trieb kommt aus unseren Ursprüngen, als wir nämlich noch in Höhlen lebten. Vielleicht denken Sie jetzt „Aber unsere Wohnung ist in jedem Raum sicher.“ Das stimmt natürlich. Dennoch haben wir uns innerlich und von unseren Bedürfnissen seit der Urzeit nicht so wesentlich weiterentwickelt. Und in der Urzeit wäre es sehr gefährlich für ein Baby gewesen, alleine irgendwo zu liegen. Außerdem wäre es recht schnell zu kalt geworden und das Baby wäre erfroren. Die Nähe zu den Bindungspersonen hat dann für Sicherheit und Wärme gesorgt.

Da können wir alle argumentieren, wie wir wollen: Die Natur hat diesen Urtrieb nicht aus den Babys herausprogrammiert. Nach wie vor sorgt Müdigkeit für ein verstärktes Bindungs- und Nähebedürfnis.

Hinzu kommt, dass der Mensch einfach ein soziales Wesen ist und schon allein deshalb gerne in Gemeinschaft schläft. Tatsächlich schläft eher die Minderheit der Menschen alleine besser als in Gesellschaft.

Schlafsituationen rund um die Welt

In der westlichen Welt gibt es aktuell eine kleine Trendwende in Richtung Familienbett. Bis vor einiger Zeit galt es noch als eins der höchsten Erziehungsziele, den Nachwuchs auf Selbstständigkeit zu trimmen. Am liebsten sollten die Kleinen gleich und ohne jegliches Jammern im eigenen Bett und alleine, idealerweise sogar im liebevoll eingerichteten Babyzimmer schlafen. Allein das Geschrei der meisten Winzlinge hätte zeigen müssen: Das fühlt sich nicht gut an. Dann spalteten sich die Lager allerdings auch schon wieder: Da gab es die, für die es unerträglich war, das Weinen zu ertragen, was dann doch wieder dafür sorgte, dass die Kleinen bei den Eltern lagen. Und das andere Lager übte sich in „Härte“ – man zeigte den Kindern, wer hier der Chef ist und so gaben die Kleinen irgendwann die Schreierei auf. Das lag aber nicht an der Einsicht, sondern vielmehr an der Erschöpfung und der Resignation. Kein besonders erstrebenswertes Ziel.

In vielen Großfamilien ist es schon alleine vom Platzangebot her gar nicht machbar, allen Kindern einen eigenen Raum zu geben. So schlafen die Jüngeren bei den Eltern und die Älteren teilen sich meistens einen Raum.

Rund um die Welt gibt es sehr viele Länder, in denen das sogenannte Co-Sleeping an der Tagesordnung ist und das Alleineschlafen von Babys keine übliche Praxis ist. Insgesamt etwa 186 nicht-industrielle Kulturen sind es, bei denen mindestens jedes zweite Baby bei seinen Eltern schläft.

Ist das Familienbett aber nicht gefährlich?

Immer wieder hört man in der Diskussion um die Schlafsituation, dass es doch gefährlich sein müsste, wenn die lieben Kleinen bei den Eltern schlafen. Und als ob das noch nicht reicht, hört man dann auch noch von verwöhnten kleinen Tyrannen, die das elterliche Bett nie verlassen werden. Paarzeit ade?

Um diese Argumente als Verfechter des Familienbetts aushebeln zu können, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklungsforschung. Diese konnte schon vor Jahren ganz klar zeigen, dass es unmöglich ist, ein Baby gefährlich zu verwöhnen. Im Gegenteil: Wenn wir auf die Bedürfnisse unseres Nachwuchses eingehen, stärken wir damit Bindung und Urvertrauen. Sprich: Das Kind wird sich später, weil es eben so sicher gebunden ist, leichter von uns lösen. Und das zeigt sich sogar beim Schlafen. Etwa im Alter von 3 oder 4 Jahren entwickeln Kinder die Tendenz, dass sie auch einmal alleine schlafen wollen. Das variiert von Kind zu Kind und man könnte nicht sagen, dass es unnormal ist, wenn Kinder länger bei ihren Eltern schlafen möchten.

Hier spielen ja auch noch andere Faktoren mit hinein:

Wie ist die Situation tagsüber? Verbringt man viel gemeinsame Zeit? Dann kann es sein, dass der „Kuschel-Akku“ genügend gefüllt ist und das Kind alleine schlafen möchte. Oder waren Mama und Papa den ganzen Tag aus dem Haus und so holt sich das Kind eben in der Nacht seine Kuschel-Einheiten?

Hat das Kind vielleicht aktuell mit vielen Entwicklungen und neuen Eindrücken zu tun? Dann kann auch ein Kind, das zuvor bereits alleine schlief, plötzlich wieder zu Mama und Papa ins Bett wollen. Das kann auch ganz punktuell der Fall sein. Dann sind es vielleicht einzelne Nächte, in denen der Nachwuchs plötzlich bei den Eltern ist.

Ist das Kind nicht ganz gesund, kann das ebenfalls ein erhöhtes oder vermindertes Nähebedürfnis mit sich bringen – je nach Phänomen, Krankheit und Situation. Schon eine kurze Krankheitsphase kann für ein verstärktes Nähebedürfnis sorgen und umso mehr natürlich längere, chronische oder sogar dauerhafte Krankheitsbilder.

Aber wie sollten Sie jetzt am besten mit dem Thema Familienbett umgehen – gerade, wenn Sie selbst dafür sind und immer wieder zweifelnde Töne aus Ihrem Umfeld hören? In erster Linie gilt es, Ruhe zu bewahren. Einerseits Sie selbst, wenn Ihr Kind schon etwas älter ist und noch keine Anzeichen für eine Bereitschaft zeigt, alleine zu schlafen. Andererseits aber natürlich auch dann, wenn Ihre Umgebung immer wieder ansetzt, Sie von einem eigenen Schlafplatz für das Kind überzeugen zu wollen. Die Ruhe innerhalb der Familie schafft Sicherheit und Ihr Kind fühlt, dass es in Ordnung ist und dass es wirklich sicher ist, wenn es in seinem Bettchen und / oder Zimmer schläft. Je mehr Druck Sie in diese Richtung aufbauen, desto länger wird der Prozess andauern.

Vermeiden Sie auch, das Alleineschlafen als Strafe hinzustellen. Sätze wie „Wenn du jetzt nicht XY tust, schläfst du heute Abend alleine.“ sorgen nicht für die Gelassenheit, dass Ihr Kind das als erstrebenswertes Ziel ansieht.

Was die Argumentationen anderer angeht, so gilt: Sie sind die Experten für Ihr Kind. Jede Familie hat das Recht, hier ihre eigenen Entscheidungen zu fällen. Bestenfalls würden Sie ja auch nicht probieren, andere vom Konzept Familienbett zu überzeugen. Wenn Ihnen die Einflussnahme zu groß wird, können Sie sich das auch ganz deutlich verbitten.

Es ist alles nur eine Phase

Das ist sicher einer der Sätze, die Sie schon aus den ersten Wochen mit Ihrem Kind kennen. Und es entspricht tatsächlich der Wahrheit. Die Entwicklung von Kindern verläuft wirklich in Phasen. Da gibt es die körperlichen Phasen, in denen das Kind motorische Fortschritte verzeichnet. Da kann es auch mal zu mehr blauen Flecken kommen, dafür geht es aber gestärkt daraus hervor. Nach der Phase kann es, je nach Alter, besser sitzen, laufen, klettern oder es hat punktuell neue Fähigkeiten erworben – schaukeln, wippen und mehr. Dann gibt es die sozialen Phasen. Hier nimmt es plötzlich mehr Kontakt zu anderen auf, es empfindet und zeigt mehr Empathie und interagiert auf eine neue Art. In sprachlichen Phasen kommen mehr Worte und mehr Ausdrucksvermögen dazu. Und dann gibt es solche Phasen, in denen sich ein Grundverhalten verändert. Ihr Kind isst plötzlich besser alleine, möchte alleine schlafen, entwickelt einfach Unabhängigkeitsverhalten.

Wenn Ihr Kind sich nun also gerade motorisch, sprachlich oder anderweitig entwickelt, wäre es Unsinn, ihm einen Löffel oder Messer und Gabel in die Hand zu drücken. Genauso wäre es dann falsch, auf dem Alleineschlafen zu bestehen. Wenn es aus einer Phase herausgeht, können Sie beobachten, wohin die Reise als Nächstes geht.

Und so, wie es den Satz gibt „Ein Kind kann man nicht großziehen, es muss schon alleine wachsen“, so muss es auch die Phasen einfach entwickeln. Lassen Sie sich und Ihrer Familie die Zeit, die Sie alle dafür brauchen.

Je nachdem, wie alt Ihr Kind aktuell ist, können Sie auch mit ihm sprechen. Vielleicht kann es sich darauf einlassen, dass es nur am Wochenende noch die ganze Nacht in Ihrem Bett ist. Unter der Woche schläft es vielleicht im eigenen Bett im elterlichen Schlafzimmer. Oder es mag sogar ins eigene Zimmer gehen. Oder es braucht die Nähe nur noch beim Einschlafen. Dann könnte eine Einschlafbegleitung eine gute Idee sein. Sie sollten bei einem Gespräch mit Ihrem Kind darauf achten, dass Sie nicht genervt wirken. „Willst du nicht endlich mal in deinem eigenen Zimmer schlafen?“ ist sicher nicht der beste Türöffner.

Manchmal kommt es auch vor, dass beide Partner zu Beginn stark für das Familienbett waren und irgendwann biegt einer von beiden in eine andere Richtung ab. Erkunden Sie: Woran liegt das? Was hat sich verändert? Ist vielleicht das gewählte Bett nicht ideal? Hatten Sie es sich viel bequemer vorgestellt, mit dem Winzling in einem Bett zu schlafen und nun fühlt es sich alles furchtbar beengt an?

Manchmal ist es tatsächlich die Wahl der richtigen Möbel, die für oder gegen das Familienbett spricht. Gerne beraten wir Sie bezüglich Modell, Ausstattung und Größe. Bei uns bekommen Sie Familienbetten direkt aus unserer Manufaktur am Bodensee. Bei uns gibt es Familienbetten mit einer Breite von bis zu 400cm – da finden wir sicher auch für Ihre Wünsche die richtige Größe für Ihr Familienbett. Wir stehen seit über 20 Jahren für Möbelbau aus Meisterhand und stellen Ihnen unsere Erfahrungen mit qualitativ hochwertigen Möbeln gerne zur Verfügung.

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